Rücknahme- und Recyclingkonzepte für medizinische Single-Use Instrumente (SingleUseRecovery)
In Kliniken und medizinischen Gesundheitszentren fallen laufend obsolet gewordene Diagnosegeräte, Instrumente sowie Behandlungs- und technische Hilfsmittel an. Dabei handelt es sich je nach Spezialisierung der jeweiligen Einrichtung um eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien, die ein hohes Wertstoffpotential aufweisen. Dies sind insbesondere:
- elektrische Großgeräte wie CT/MRT/US/XR,
- obsolete oder defekte Geräte und Instrumente,
- Einweg-Instrumente: „chirurgische“ Instrumente (Pinzetten, Scheren, Klemmen, Nadelhalter)
- Explantate (z.B. künstliche Gelenke, Herzschrittmacher)
- Einweg-Endoskope, EP-Katheter, Instrumente für OP-Roboter
- gebrauchte Einweg-Elektrowerkzeuge oder chirurgische Klammergeräte
Insbesondere nimmt der Einsatz von Single-Use Instrumente seit einigen Jahren stetig zu. Waren dies zunächst metallische Einmalprodukte aus Edelstahl wir Scheren, Pinzetten oder Nadelhalter, so werden nun ebenfalls hochwertige, komplexe Produkte wie Videoendoskope oder chirurgische Instrumente für minimalinvasive Operationen.
Es existieren bislang keine flächendeckenden Ansätze, hochwertige medizinische Einmalartikel zu sammeln und einer hochwertigen stofflichen Verwertung zuzuführen. Mit diesem Verbundprojekt soll auf breiter Basis die organisatorische und technische Machbarkeit eines Rücknahmekonzept nachgewiesen werden, um im Anschluss entsprechende Wirtschaftsbeteiligte zu motivieren, dies schrittweise in Deutschland für zunächst metallbasierte Einmalartikel umzusetzen.
Schwerpunkte & Vorgehensweise
Der Schwerpunkt des Verbundprojektes liegt in der Entwicklung einer Rücknahmestrategie für zunächst einfache Einstoffprodukte aus z.B. Edelstahl oder Kunststoff, die in verschiedenen Kliniken erprobt und validiert werden soll. Das Fraunhofer IWKS sowie das IRED - Institut für Recycling, Ökologie & Design werden mit ihrer Expertise im Bereich Rücknahmesysteme und Kreislaufwirtschaft die Anforderungen der Wertschöpfungskette aus Herstellern von Medizinprodukten, Kliniken und Dienstleistern der Entsorgungslogistik und des Recyclings zusammenführen und eine abgestimmte Strategie definieren. Die nachfolgende Validierung durch Pilotversuche in Kliniken in Verbindung mit Entsorgungslogistikern soll die Machbarkeit nachweisen. Durch Erkennen von Optimierungspotentialen soll am Ende der Projektlaufzeit eine abgestimmte Lösung mit Potential zur Umsetzung in Deutschland vorliegen.
Arbeitspakete
Entwicklung eines Rücknahme- und Verwertungskonzepts
- Festlegung des Produktumfangs (Scope)
- Darstellung Recycling- und Verwertungsmöglichkeiten, Anforderungen hinsichtlich Hygiene, Arbeitsschutz und abfallrechtlicher Vorgaben
- Auswahl eines geeigneten Behältersystems für die Pilotierung
- Entwicklung von Konzeptvarianten und gemeinsame Festlegung des finalen Konzepts im Konsortium
Vorbereitung der Pilotphase
- Auswahl von Kliniken/Stationen
- Gefährdungsbeurteilung
- Vorgespräche in Kliniken
- Zeitplanung
Erprobungsphase
- Unterweisung des Personals
- Verteilung der Behälter
- 2-wöchige Phasen
- Abschlussinterviews
- Abholung der Behälter
- Bewertung der Sammelqualität
Optimierungsphase
- Gemeinsame Bewertung der Erprobungsphase im Konsortium
- Auswertung der Interviews/ Erfahrungen/Sammelqualität
- Ansätze zur Konzeptoptimierung
Definition und organisatorisch-wirtschaftliche Bewertung des Gesamtkonzepts
- Definition und organisatorische Beschreibung des Gesamtkonzepts
- Vorschlag für ein Behältersystem
- Wirtschaftliche Bewertung
- Vorläufige Planung einer Umsetzung im Konsortium und Einbeziehung von möglichen Wirtschaftsbeteiligten